So funktioniert virales Marketing

13.09.2012 | MARKETING

Virales Marketing könnte man als „ansteckendes Marketing“ übersetzen, denn in dem „viral“ steckt der ansteckende Virus. Ein Virus hat die Eigenschaft, dass er sich lawinenartig sehr schnell in einer sozialen Gruppe ausbreitet, weil diese Menschen mehr oder weniger intensiv aufeinander bezogen sind.

Will man also etwas vermarkten, dann sollte man darüber nachdenken, wie man einen viralen Effekt erzeugen kann. Bettina Wulff möchte gern ein „selbst geschriebenes“ Buch vermarkten, also überlegt sie sich, was sie tun kann, damit möglichst viele Medien möglichst intensiv über sie und ihr Buchprojekt berichtet. Mit den üblichen Methoden kennt sich Frau Wulff aus: Vorabmeldungen für die Presse und Interviews beim Erscheinen des Buches sind schon lange angebahnt, daraus wird sicher kein viraler Effektiv zu generieren sein.

Eine Google-Recherche hilft weiter: Gibt man die ersten Buchstaben von „Bettina“ bei Google ein, dann liefert die Suchmaschine bereits nach wenigen Buchstaben aufregende Botschaften: „Bettina Wulff Prostituierte“, „Bettina Wulff Escort“. Was anderen Prominenten peinlich ist, das nutzt Bettina Wulff für virales Marketing. Sie verklagt Google, Günther Jauch und viele Blogger wegen Rufschädigung. Damit ist dann monatelang Aufregung gesichert, ideale Bedingungen, um das eigene Buch gut zu vermarkten.

An dem Beispiel „Bettina Wulff“ kann man einige Gesetzmäßigkeiten des viralen Marketings aufzeigen:

  • Man muss die (oft unerfreulichen) Ereignisse des Tages gedanklich gegen den Strich bürsten. Man jammert nicht nur über Suchmaschinen und Moderatoren, was jeder kann und kaum für Aufregung sorgen würde. Man geht juristisch gegen die Protagonisten vor, womit dann vorprogrammiert ist, dass ein Aufreger entsteht, der monatelang immer wieder für Zündstoff sorgt.
  • Man muss zum richtigen Zeitpunkt agieren. Unmittelbar vor dem Erscheinungstermin wird agiert. Nachdem die erste Aufregung sich gelegt hat, sollte nachgelegt werden. Frau Wulff legt gegenwärtig nach und erläutert in umfassender Breite den Medien, wie sie denn mit einer Paartherapie ihren Mann in den Griff bekommen hat. Das hat bisher noch keine Politikergattin so perfekt inszeniert.

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